Elizabeth Gerdeman

23.06.2017 - 27.9.2017

Outside in

Unter dem Titel Outside In beziehen sich die neuen Arbeiten von Elizabeth Gerdeman auf die Architektur des Ausstellungsraumes im Helmut. Sie bilden den Ausgangspunkt der Denk- und Handlungsweisen darüber, was eine Wandfarbenfirma vor kurzem als eine „unvorhersehbare Welt, die uns gleichzeitig aufregt und wachsam hält“ bewarb.

 

Die Ausstellung basiert auf Ortsstudien, die auf der Grundlage von Heimwerkerprodukten und Werbung, zeitgenössischen Malpraktiken im weitesten Sinne und vor allem aus dem aus der Landschaftstheorie stammenden Ansatz der schützenden Distanz der Innenräume entstanden sind. Hier können Plastikfolien, die mit Lackresten befleckt wurden, als Vorhänge dienen. Farben können als Licht im Raum oder als Sonnenaufgangs- bzw. Sonnenuntergangabstufung auf Tapeten gemalt erscheinen. Handgedruckte Monotypien auf transparenten Blättern können pigmentierte Wasserflecken auffangen, die sowohl alternative Wege als auch Grenzen darstellen. Obwohl nichts ist wie es scheint, präsentieren Ansichten vom Außen und vom Innen eine Vielzahl von Insider- und Außenseiterbedeutungen, von Wünschen und Ängsten.

 

Gerdeman kontextualisiert diese Ausstellung mit dem Gedicht „Der Winkel einer Landschaft—“ von Emily Dickinson. Die eigene Perspektive der Dichterin ändert sich hier, als sie erwacht und vor ihrem Schlafzimmerfenster ungewohnte Formen wie der Aufstieg eines Landschaftsbildes erscheinen. Dickinson kommentiert, wie die gesamte Skala und die Natur von allem, was wir sehen, ganz von unserem Standpunkt abhängt. Dieser Vergleich zwischen der Variabilität und der Anfälligkeit der Außenumgebung mit der relativen Konsistenz unseres inneren Umfelds dient Gerdeman als Ausgangspunkt, den widersprüchlichen Wegen unserer Wahrnehmung der Welt nachzuspüren.

Elizabeth Gerdeman, OUTSIDE IN, site specific installation, Helmut, Leipzig, Germany 2017, photo courtesy of the artist

23.06.2017
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